Jusos Ried positionieren sich zu Vorschlag der Bildungsministerin

LAMPERTHEIM (red). Die Jusos Ried bewerten die von Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) vorgelegten Pläne zur Reform des Berufsausbildungsförderungsgesetzes (BAföG) als „nicht weitgehend genug“.  Obwohl die geäußerten Ideen, die die seit Februar im Amt befindliche Ministerin im April mit den Ländern diskutieren will, in die richtige Richtung gehen, bedürfe es in dieser Frage „einer umfassenderen Lösung als nur die Anhebung der Altersgrenze und die Ausweitung der Zuwendungen auf Studierende, die neben dem Studium arbeiten“, so die Jusos.

Gerade das südhessische Ried sei ein glänzender Bildungsstandort: Man verfüge dort  einerseits über sämtliche Schulformen und andererseits auch über eine angemessene Verkehrsbindung in die umliegenden Universitäts- und Hochschulstädte. „Dies ermöglicht eine Bildung aus einem Guss. Dennoch brauchen Studierende eine angemessene staatliche Unterstützung, damit auch höhere Bildungsabschlüsse nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen.“

Die Jusos fordern daher eine jährliche Erhöhung des BAföG-Satzes gemäß der Inflationsrate sowie eine weniger strenge Grenze für die Förderungswürdigkeit der Studierenden: „Nur 29 Prozent aller Studenten erhalten eine staatliche Unterstützung. Das ist ein eindeutiges Indiz dafür, dass die Berechnung der in den 1970er Jahren von der sozialliberalen Koalition eingeführten Förderung nicht mehr  zeitgemäß ist“, meint die SPD-Jugendorganisation. Die Freibeträge müssten erhöht und auch die Rückzahlverpflichtung für die Empfänger gesenkt werden.  Ebenfalls kritisieren die jungen Erwachsenen, die komplexe Antragsstellung, die „viele Erstsemester von einer Bewerbung abschrecke.“

Die Zielsetzung des BAföG müsse es sein, „Studenten weitgehend von Nebenjobs unabhängig zu machen. Studieren ist keine Halbtagsaufgabe, sondern erfordert den ganzen Menschen. Ein akademischer Abschluss muss auch für Menschen aus Nicht-Akademiker-Haushalten möglich sein und muss angemessen unterstützt werden. Nicht vergessen werden darf dabei, dass das BAföG auch Schüler sowie Auszubildende finanziell unterstützt. Eine Reform dieses Gesetzes im Sinne seiner Empfänger ist nötig, denn teurer als Bildung ist nur keine Bildung“, so die Jusos abschließend.