SPD-Nachwuchs bringt jungen Eritreern in einem Vortrag Deutschland näher

LAMPERTHEIM. „Und hier spielt auch Bayern München“, erläutert Juso-Vorsitzender Marius Schmidt beim Blick auf zwei Memorykarten, die die bayrische Metropole zeigen. „Bayern München?“, lachen die jungen Männer aus Eritrea und lachen. Ja, den Verein kennen sie natürlich. Szenen wie diese spielten sich am vergangenen Mittwoch häufiger ab. Die Jusos Ried waren auf Initiative der Neuschlößer Ortsvorsteherin Carola Biehal nach Neuschloß in den dortigen Beamtenbau gekommen, um den neu angekommenen Flüchtlingen aus Eritrea „ein wenig Zuwendung zu geben und ihnen bei der schnellen Eingewöhnung zu helfen“.

Der Jugendrat Bürstadt hatte dem SPD-Nachwuchs ein selbstkonzipiertes Memoryspiel ausgeliehen, das die Jungsozialisten bereits mit den Rosengärtner Somaliern gespielt haben. Die Fotomotive auf den Karten zeigen Sehenswürdigkeiten deutscher Städte wie das Brandenburger Tor, den Reichstag oder den Kölner Dom. Bei jedem richtig aufgedeckten Paar gab Vorsitzender Marius Schmidt mithilfe einer kurzen Präsentation Hintergrundinformationen zur jeweiligen Stadt und ihrer Sehenswürdigkeit. Aber auch Rahmendaten zur deutschen Gesellschaft und ihrer Geschichte.

Ungläubig nahmen die jungen Männer zur Kenntnis, dass es in Deutschland neben 60 Millionen Christen auch konfessionslose Menschen gibt, Staunen war zu hören, als die Rede auf die 60 Millionen Passagiere kam, die täglich am Frankfurter Flughafen ankommen oder ihre Reise in die Welt starten.

„Willy Brandt sagte mal, dass wir ein Volk guter Nachbarn sein sollen. Jetzt gilt es auch ein Volk guter Gastgeber zu sein. Wir wollen im Rahmen unserer Möglichkeiten dazu beitragen, den jungen Männern die Integration schnell zu ermöglichen, damit sie ein Teil unserer Gesellschaft werden und sich einbringen können. Wissen ist in diesem Fall genauso wichtig wie die materielle Ausstattung“, so die Jusos.