Heimat- und Geschichtsverein Nordheim gibt Einblick in die wechselvolle

Geschichte/Bessere Erreichbarkeit der Ruine erörtert

 

NORDHEIM (red). Auf den Spuren römischer und mittelalterlicher Geschichte wandelten die Jusos Ried am vergangenen Samstagnachmittag im Steiner Wald bei Biblis-Nordheim im Rahmen ihrer diesjährigen Sommertour. Rüdiger Glaser vom Heimat- und Geschichtsverein Nordheim  führte die jungen Erwachsenen der SPD-Nachwuchsorganisation von der Gaststätte „Zur Rheinfähre“ entlang des Flusses bis hin zu den Ruinen der Burg Stein. Dort, wo bereits die Römer siedelten, trafen die Jusos auf Ewald Gleich, der es sich als Vorsitzender des Bibliser Sozialdemokraten nicht nehmen ließ, die Gruppe in Empfang zu nehmen.

An den ausgegrabenen Überresten der ehemals direkt am Rhein gelegenen Burg erläuterte Glaser in den Rollen eines Römers und eine spanischen Hauptmannes die wechselhafte Historie der Burg. Was als Anlegestelle für römische Galeeren errichtet wurde erlebte bis zum Jahre 1648 eine wechselvolle Siedlungsgeschichte. Im Mittelalter zur klassischen Burg ausgebaut fand, zumindest der Erzählung nach, auch Karl der Große in der Zeit vor seiner Krönung zum König des Frankenreiches dort Unterschlupf. Es sei zudem davon auszugehen, so der Experte, dass eine Siedlung rund um die Burg beheimatet war. Am Ende des Dreißigjährigen Krieges endete die Besiedlung dieses Gebietes als die spanische Armee von den Schweden auf der gegenüberliegenden Rheinseite geschlagen und die Burg in diesem Zuge verlassen wurde.

Heute sind die Ruinen der Burg Stein freigelegt und durch die Anbindung an Rad- und Wanderwege ein schönes Ausflugsziel. Der Heimat- und Geschichtsverein hat einen Rundweg mit Informationstafeln angelegt. Zudem ist die Burg Teil des Geonaturparks Bergstraße-Odenwald. Trotzdem schilderte Glaser die mit dem im Naturschutzgebiet gelegenen Standort: „Die Burg ist leider nicht sehr gut durch Wege erschlossen und ist auch nicht barrierefrei erreichbar.“ Hier sei es wichtig, entgegneten die Sozialdemokraten, Schritt für Schritt Abhilfe zu schaffen. Eine realistische Option wäre ein besserer Zugang aus Richtung des Kernkraftwerks, sobald die stark sanierungsbedürftige Brücke über die Weschnitz wieder freigegeben werden kann. „Diese gehört dem Kreis Bergstraße. Wir erhoffen uns hier, dass die Kreisspitze mithilft, die Erreichbarkeit von Burg Stein zu verbessern“, so die Jusos. Zumal im Informationszentrum des nicht mehr aktiven Kernkraftwerks Biblis möglicherweise Räume für eine kleine Ausstellung genutzt werden könnten.  Gleich und die Jusos drückten abschließend ihre Hochachtung für das enorme ehrenamtliche Engagement und das Herrichten des Gelände der Burg Stein sowie den Aufbau und die Unterhaltung des Heimatmuseums Nordheim aus und versicherten, den Verein weiter im Rahmen der zur Verfügung stehenden Mittel zu unterstützen.