LAMPERTHEIM (red).Kritisch sehen die Jusos Ried die jüngsten Aussagen der Lampertheimer CDU zum öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Bürgermeister Störmer zog  in einem Pressegespräch die von der CDU geforderte Rückgabe des ÖPNVs an den Kreis als reale Option für die Zukunft in Betracht.

Die Jusos befürchten, dass der Kreis Bergstraße, der sich selbst in einer finanziell desaströsen Situation befindet, das aktuelle Angebot im Falle einer Übertragung deutlich reduzieren würde: „Der Kreis muss gesetzlich für die Schülerbeförderung sorgen. Alle anderen Leistungen sind freiwillig. Als Schutzschirm-Kreis unter Aufsicht des Innenministeriums dürfte das bestehende Angebot in Lampertheim massiv eingestampft wird“, so die SPD-Nachwuchsorganisation aus Biblis, Bürstadt und Lampertheim. Wie schwierig es für den Kreis sei, Leistungen in angemessenen Maße zur Verfügung zu stellen, zeige bereits jetzt die schlechte Taktung der Busse von West nach Ost des Kreises: Fahrten nach Heppenheim beispielsweise dauerten aktuell mit dem Bus über eine Stunde und fahren nur circa alle zwei Stunden.

„Der innerstädtische öffentliche Personennahverkehr in Lampertheim hat noch enormes Verbesserungspotential: Wir brauchen eine bessere Abstimmung der Busse auf die Zugabfahrtszeiten, Schritt für Schritt müssen Ruftaxis installiert werden und es muss auf den demografischen Wandel reagiert werden. Wir brauchen Haltestellen in noch direkterer Nähe zum Fachmarktzentrum oder auch zu Seniorenwohnen. Diese Probleme kann die Stadt Lampertheim am besten selbst lösen, eine Rückgabe des ÖPNV an den Kreis würde uns hier Gestaltungsspielraum nehmen“, so die Jusos in einer Pressemitteilung.

Gleichzeitig fordern die Jungsozialisten die Mehrheitskoalition in der Stadtverordnetenversammlung aus SPD und Grünen auf, weiterhin zu ihrem Wort zu stehen und eine Selbständigkeit des Lampertheimer Nahverkehrs zu sichern. „Die Verwaltungsspitze darf sich hier nicht aus der Verantwortung stehlen: Wir wollen einen starken ÖPNV. Denn dieser ist ökologisch und ökonomisch für den Fahrgast sinnvoll. Und dies geht am besten in städtischer Regie. Hierfür erwarten wir von der Verwaltung eine deutliche Aussage statt vager Gedankenspiele, die die Bürger verunsichern“, so die Jusos abschließend.