RIED (red). Die Jusos Ried begrüßen ausdrücklich das Vorgehen der vier Städte und Gemeinden im Mittelzentrum Ried zum S-Bahn-Ausbau entlang der Strecke Mannheim-Biblis. „Es ist das richtige Signal, dass Lampertheim, Bürstadt, Biblis und Groß-Rohrheim hier an einem Strang ziehen und den verantwortlichen Stellen ihren Unmut über die Ausbauverzögerung mitteilen“, so die jungen Erwachsenen in einer Pressemitteilung.

Die Deutsche Bahn AG hatte zuvor dem Ausbau der Main-Neckar-Linie von Mannheim-Friedrichsfeld nach Darmstadt eine höhere Priorität eingeräumt und den Ausbau der Linie entlang des Rieds auf Ende 2017 und darüber hinaus verschoben. Dabei war bereits 2008 nach zahlreichen Verzögerungen der Zeithorizont zur zweiten Ausbaustufe der Strecke festgelegt worden.

Um die Missbilligung dieser Ankündigung seitens der Städte und Gemeinden deutlich zu machen, haben die Bürgermeister eine Resolution ausgearbeitet, die nun den Stadtverordnetenversammlungen und Gemeindevertretungen zur Abstimmung vorgelegt werden.  „Dass dort nun eine weitere, maßgebliche Verzögerung eintritt, ist nicht hinnehmbar. Es ist wichtig, dass das Mittelzentrum Ried fernab aller parteipolitischen Differenzen mit möglichst einstimmigen Beschlüssen die ausgearbeitete Resolution annimmt“, so der Vorstand der Arbeitsgemeinschaft aus Biblis, Bürstadt und Lampertheim.

In der Resolution ist gerade von den wirtschaftlichen Vorteilen eines S-Bahn-Anschlusses für die Region die Rede, die Jusos verweisen aber auch explizit auf den Schülerverkehr: „Zahlreiche Schülerinnen und Schüler fahren jeden Tag mit dem Zug zu den Bildungsstätten. Wenn, wie der zuletzt veröffentlichte Schulentwicklungsplan zeigt, tendenziell eher Schulstandorte geschlossen und keine Neuen geschaffen werden, wird diese Wanderbewegung noch zunehmen. Es ist angesichts dieser Entwicklung unabdingbar, dass ein gut getakteter S-Bahn-Anschluss die aktuelle Regelung mit dem Regionalexpress ablöst und den Schülertransport auf der Schiene noch weiter vereinfacht“, sind sich Patrick Horn aus Bürstadt, Marvin Milius aus Biblis und Marius Schmidt aus Lampertheim einig.

Auch der Ausbau der Bahnhöfe hinsichtlich einer erhöhten Barrierefreiheit geht mit der Ausbaustufe einher. „Das ist gerade im Hinblick auf den demografischen Wandels unheimlich wichtig. Auch hinsichtlich der benötigten Planungssicherheit für Bauvorhaben an den Bahnhöfen entlang der Strecke ist eine weitere Verzögerung nicht wünschenswert.

Die Bahn scheint zuletzt ihr Augenmerk verstärkt auf Langstreckenprojekte zu legen und den Nahverkehr außer Acht zu lassen. Das ist bedauerlich.“, so die Jusos auch angesichts stetig steigender Fahrtpreise abschließend.